Talente und ihre Begabung
An einer präzisen und charakteristischen Definition des Begriffs „Talent“ haben sich bereits einige Autoren versucht. Demzufolge gibt es eine Vielzahl an Definitionen, die sich teils unterscheiden, teils übereinstimmen oder sich teils ergänzen. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass sich der Ausdruck „Talent“ dem mittellateinischen „talentum“ („Gabe“) entlehnt und im Sprachgebrauch der Begriff „Begabung“ als Synonym verwendet wird.
Die Begabung lässt sich als individuelle Fähigkeit, besondere Leistungen zu erbringen, definieren und kann in Allgemeinbegabung (verschiedene Gebiete; Intelligenz) und Spezialbegabung (spezielle Betätigungsfelder) gegliedert werden, wobei hier von Talent die Rede ist. Gemäß dieser Erläuterung ist also unter „Talent“ die Anlage zu verstehen, die dazu befähigt, überdurchschnittliche Leistungen in einem speziellen Bereich zu vollbringen. Im allgemeinen Sprachgebrauch finden jedoch beide Bezeichnungen Anwendung, beispielshalber musikalisches Talent und musikalische Begabung.
Da die Begabung von genetischen Komponenten und Umweltfaktoren (Elternhaus, Ausbildung, Freunde, Lebensereignisse usw.) beeinflusst wird, ist auch die Beschreibung als Resultat der Wechselwirkung von Umwelt- und Anlagebedingungen möglich.
Zwar können körperliche Eigenschaften beziehungsweise natürliche Gegebenheiten eine entscheidende Rolle spielen (sportlicher Bereich, Stimme eines Sängers etc.), für die Erbringung über dem Durchschnitt liegender Leistungen sind allerdings auch äußere Faktoren (Förderung von Talenten, Unterstützung, Zuspruch usw.) erforderlich.
In diesem Zusammenhang ergeben sich weitere wichtige Aspekte, zum Beispiel dass sich der Begabte / Talentierte für den entsprechenden Bereich interessiert und dafür interessiert werden möchte. Ferner sind die Leichtigkeit im Umgang mit dem jeweiligen Gebiet (Mathematik, Musik etc.), der Leistungswille, die Anstrengungsbereitschaft, wachsendes Selbstvertrauen – das Vertrauen in die überdurchschnittlichen Fähigkeiten – sowie die schöpferische Produktivität als vollkommenster Schritt der Entwicklung von Bedeutung.
Als Kritikpunkt wird angesehen, dass die Begabung an sich nicht beobachtet werden kann, vielmehr wird bei der Erklärung beobachtbarer Leistungen die Begabung herangezogen, das Beobachtete wird gedeutet. Dadurch dass die Leistungen – beispielsweise bei einem Wettkampf (Leistungsresultate) – interpretiert und damit Rückschlüsse auf die Begabung eines Menschen gezogen werden, besteht das Problem einer „vermuteten Anlage“. Nur die Leistung selbst ist objektiv messbar.
